Ob bei Nahrungsmitteln, Strom oder Gas: Preissteigerungen sind momentan in vielen Bereichen spürbar.

Während Hunde und Katzen höchstens mal ein kuscheliges Plätzchen benötigen, sind Aquarien- und Terrarienbewohner auf elektrische Geräte angewiesen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, den Energieverbrauch und damit die Stromrechnung so gering wie möglich zu halten.

Auf LED-Lampen umrüsten, einen energieeffizienten Kühlschrank anschaffen oder technische Geräte komplett ausschalten, anstatt sie in den Standby-Modus zu versetzen: Es sind zahlreiche Tipps im Umlauf, wie sich Energie im Haushalt einsparen lässt. Bei Aquarien und Terrarien funktioniert dies nicht ganz so einfach, denn die einstigen Tropenbewohner benötigen für ein artgerechtes Leben unter anderem Licht- und Wärmequellen, welche mit technischen Geräten reguliert werden.

Sowohl für das Aquarium als auch für das Terrarium gilt: Je geringer der Temperaturunterschied zur Umgebung, umso weniger Strom verbraucht die Heizung im Becken. Optimaler Standort ist daher ein ohnehin geheizter Raum – etwa das Wohnzimmer.

Folgende Möglichkeiten haben Aquarianer und Terrarianer noch, das Wohl der Tiere nicht zu gefährden, und gleichzeitig den einen oder anderen Euro einzusparen.

Aquarium

Gute Isolierung des Beckens

Um die Erwärmung des Aquariumwassers auf natürliche Weise zu unterstützen, empfiehlt sich eine Dämmung des Bodens sowie einzelner Seitenteile des Aquariums mit Styroporplatten. Eine Abdeckung reduziert darüber hinaus nicht nur die Verdunstung des Wassers, sondern verhindert auch, dass die Wärme nach oben verpufft.

Moderne Technik

Für die Beleuchtung des Aquariums empfiehlt Frank Lehmann vom Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA) e.V. moderne LED-Lampen anstelle von Leuchtstoffröhren. „Ebenso verbrauchen moderne und sparsame Pumpen und Filter häufig weniger Watt als ältere Modelle“, erklärt der Experte. Um keine unnötige Energie zu verbrennen, sollten die Geräte immer der Größe des Aquariums angepasst sein. Bei mehreren Becken lohnt sich der Einsatz eines Hamburger Mattenfilters mit Pumpe. Ein solcher Kompressor ist um einiges energiesparender als der Einsatz einzelner Pumpen für jedes Becken.

Verzicht auf Sauerstoffpumpe

Da Aquarienfische in der Regel genug Sauerstoff durch die Wasserbewegung an der Wasseroberfläche erhalten, ist der Einsatz von Sauerstoffpumpen oder Sprudelsteinen nicht immer notwendig. Artspezifische Fragen beantwortet der Zoofachhandel gern.

Regelmäßige Überprüfung

Lehmann empfiehlt, mit einem Strommessgerät hin und wieder den Verbrauch von Lampen, Pumpen und Filtern sowie mit einem digitalen Thermometer die Wassertemperatur zu überprüfen – und diese bei Bedarf an die Bedürfnisse der Aquarienbewohner anzupassen. Bereits ein bis zwei Grad weniger werden sich positiv auf der Stromrechnung bemerkbar machen.

Terrarium

Wärme für den Raum mitnutzen

Reptilien sind wechselwarm und im heimischen Wohnzimmer somit auf Wärmezufuhr von außen angewiesen. Fehlt dem Tier ein Sonnenplatz mit tropischen oder subtropischen Wärme- und Licht-Verhältnissen sowie lokalen Temperaturen von bis zu 40-50 Grad, kann dies bei ihm zu gravierenden gesundheitlichen Störungen führen. Darüber hinaus benötigen Reptilien UV-Licht, um das lebenswichtige Vitamin D3 zu bilden. Ein Wärmestrahler ist in einem artgerechten Terrarium daher unbedingt notwendig. Für ausreichende Helligkeit für einen von der Natur vorgegebenen Zeitraum muss überdies gesorgt werden, da die Tiere ansonsten, auch bei Wärme, ihre Aktivität einstellen und leiden.

Um Energiekosten zu sparen, empfiehlt Dr. Markus Baur, Fachtierarzt für Reptilien und Erster Vorsitzender der Auffangstation für Reptilien in München daher, den indirekten Weg einzuschlagen: „Mit den Wärmequellen aus dem Terrarium lässt sich mitunter der komplette Raum erwärmen, sodass die Heizung getrost ausbleiben kann.“

Wie beim Aquarium, sorgt darüber hinaus eine gute Isolierung des Terrariums – etwa über Styropor oder Dämmmatten am Boden und den Außenwänden – dafür, eine gewisse Grundwärme besser zu halten als in einem reinen Glasbecken.

Zeitschaltuhr einsetzen

„Reptilien, die aus tropischen Gebieten kommen, benötigen ganzjährig 12 Stunden Licht am Tag“, erklärt Baur. „Hierzu gehören zum Beispiel Eidechsen, Schlangen oder Schildkröten. Bei Kriechtieren, die aus gemäßigten Klimazonen kommen, kann die Beleuchtungsdauer im Winter aber durchaus auf acht bis neun Stunden reduziert werden – etwa mithilfe einer Zeitschaltuhr.“

Winterruhe

Bei einigen Reptilienarten wie Schmuckschildkröten, Leopardgeckos, Kornnattern und Feuersalamandern nimmt das Fressverhalten gegen Herbst/frühen Winter ab, die Tiere werden träge und verabschieden sich langsam in die Winterruhe. „Um den Tieren eine Winterruhe zu gönnen, kann der Wärmestrahler ab Mitte November erst langsam heruntergefahren und Anfang Dezember bis Mitte Januar komplett ausgeschaltet werden“, erklärt der Terrarianer. Da sich Art und Umfang der Winterruhe je nach Reptilienart unterscheiden, sollten sich Reptilienfans vorab über die jeweiligen Bedürfnisse erkundigen. So benötigt die griechische Landschildkröte für eine artgerechte Winterruhe etwa eine Temperatur zwischen vier und acht Grad – bestenfalls exakt temperiert in einem Kühlschrank.

Ein günstiger Stromtarif sowie ein wohlüberlegter Energieverbrauch im Alltag tragen wohl nach wie vor am besten dazu bei, die artgerechte Haltung der tierischen Mitbewohner weiterhin zu gewährleisten und die Stromrechnung nicht mehr als unbedingt nötig in die Höhe zu treiben. IVH

IVH-Pressedienst
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Foto: PetNews/GH

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