Aquarianer scheuen Algen wie der Teufel das Weihwasser. Leider nehmen sich die Algen das selten zu Herzen. Kein Grund betrübt zu sein. Eigentlich ist es ganz leicht, vermehrtem Algenwachstum und trüben Wasserverhältnissen vorzubeugen. Stellt man es geschickt an, machen Fische und Pflanzen den Algen Konkurrenz – sofern die Nährstoffverhältnisse ausgewogen sind. Häufige Wasserwechsel sind das A und O.

Ein ausreichend großes Aquarium für die entsprechende Anzahl Fische und eine angemessene Fütterung sind wichtig. „Häufig ist Überfütterung die Hauptursache für üppigen Algenwuchs und es beginnt ein Teufelskreis: zu viel Futter, zu wenige schnellwüchsige Pflanzen, zu wenige Wasserwechsel, (zu) viele Algen“, betont Bernd Kaufmann, anerkannter Algenexperte und Ratgeberautor, unter anderem der Algen-Fibel aus dem Dähne Verlag.

In jedem Fall ist für das Wohlbefinden der Tiere und Pflanzen, als auch für möglichst algenarme Verhältnisse, der regelmäßige Wasserwechsel von entscheidender Bedeutung. Für den Wasserwechsel gilt ein einfacher Grundsatz: Je mehr und je öfter, desto besser! „Zu viel“ Wasserwechsel gibt es nicht. Je nach Ausgangswasser den Aufbereiter und Spezialdünger für Aquarien nicht vergessen.

Tierische und pflanzliche Algen-Konkurrenz
Die sogenannten höheren Wasserpflanzen sind es, die als Konkurrenten im Kampf um Licht und Nährstoffe den Algen mehr oder weniger Entwicklungschancen lassen. „Gut beleuchtete, ausreichend mit den essenziellen Nährstoffen versorgte und deshalb sehr schnell wachsende Wasserpflanzen lassen eine Algenplage gar nicht erst aufkommen“, sagt der Experte. Achtung: Ein zu niedriger Kohlendioxid-Gehalt im Wasser verschafft den Algen einen Vorteil. „Eine vernünftige CO2-Versorgung – ca. 20 mg/l für Gesellschaftsaquarien – behebt dieses Problem sofort.“ Den kontinuierlichen Blick auf das Wesentliche gewährleistet ein Kohlendioxid-Dauertest.

Für den Besatz mit tierischen „Helfern“ gilt, dass Aquariengröße und Wasserverhältnisse sowie Mitbewohner angemessen und verträglich sein müssen. Unter diesen Voraussetzungen gibt es eine Vielzahl algenfressender Schnecken, Fische und Zwerggarnelen, die Algen in Schach halten. Beispielsweise der friedliche Ohrgitter-Harnischwels, der La Plata Algensalmler, die japanische Amano-Garnele oder die Posthornschnecke.

Algen nicht verteufeln
Algen leisten in der Natur und im Aquarium unschätzbare Dienste. Genau wie schnellwüchsige höhere Unterwasserpflanzen, verbrauchen sie überschüssige Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat und sind darüber hinaus oft ausgezeichnete, gesunde und natürliche Nahrungsgrundlage oder wichtige Nahrungsergänzung für Fische, Garnelen und andere Wirbellose. Problematisch ist es nur, wenn der Algenwuchs überhandnimmt. IVH

Uta Carstensen
IVH-Pressedienst
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