Buschwindröschen für Schattenbepflanzung. Foto: Stiftung für Mensch und Umwelt, Peter Müller

Das wächst im fetten Schatten!

Wer hätte nicht gern ein üppig blühendes Staudenbeet? Aber was tun, wenn der Standort schattig und dazu noch nährstoffreich ist? Tatsächlich hat die Natur auch dafür einiges zu bieten. Blattschmuck ist bei Schattenpflanzungen zum Beispiel ein großes Thema. Aber ebenso gibt es hübsche, schattenverträgliche Arten, die farbenfrohe Akzente setzen. Nutzen Sie die folgende Anleitung, um bisher triste Schattenflächen in naturnahe Insektenparadiese zu verwandeln. Los geht’s!

dunkle erdhummel juergen sessner

Dunkle Erdhummel (bomus-terrestris) Foto: Hans-Jürgen Sessner

1. Schritt: Auswahl des Standortes und Vorbereitung des Bodens

  • Wählen Sie einen schattigen Standort aus.
  • Achten Sie darauf, dass der Boden frisch ist und ausreichend mit Wasser versorgt wird.
  • Entfernen Sie den bestehenden Aufwuchs.
  • Kontrollieren Sie die Fläche auf Wurzelunkräuter und entfernen Sie ggf. die durchwurzelte Schicht.

2. Schritt: Auftragen des Pflanzsubstrats

  • Falls vorhanden, nutzen Sie gerne den Unterboden (z. B. aus Baugrube). Ansonsten ist Sand (0/4) oder unkrautfreier Füllboden empfehlenswert. Diesen mischen Sie mit Kompost (RAL-zertifiziert) – das Verhältnis von Unterboden oder Sand zu Kompost beträgt 1:1 oder 3:2. Die Mischung können Sie dann als Substrat einbauen.
  • Als Schichtdicke wählen Sie mindestens 20 cm, besser sind 30 cm.

3. Schritt: Bepflanzung

  • Wählen Sie Arten der Wälder und Gehölzsäume: Pflanzideen für Unterpflanzung, nährstoffreiches Substrat, z. B. Unterboden + Kompos
  • Ausdauerndes Silberblatt (Lunaria rediviva); auch für Gebäudeschatten geeignet
  • Blaue Heckenkirsche (Lonicera caerulea); auch für Gebäudeschatten geeignet
  • Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
  • Hängende Segge (Carex pendula)
  • Kissen-Primel (Primula vulgaris)
  • Klebriger Salbei (Salvia glutinosa); auch für Gebäudeschatten geeignet
  • Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) Pflanzideen für Gebäudeschatten, nährstoffreiches Substrat, z. B. lehmiger Sand + Kompost
  • Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum)
  • Dichter-Narzisse (Narcissus poeticus)
  • Gr. Sterndolde (Astrantia major); auch für Unterpflanzung geeignet
  • Mannsblut (Hypericum androsaeum)
  • Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia)
  • Sauerdorn (Berberis vulgaris)
  • Wald-Geißbart (Aruncus dioicus)

4. Schritt (optional): Ansaat

  • Das Saatgut bringen Sie ggf. in Pflanzlücken zwischen den gepflanzten Stauden oder flächig aus und walzen es an. Anschließend klopfen Sie es mit einer flachen Schaufel fest oder Sie treten es fest.

Anschließende Pflege:

Bei der Pflege wird zwischen Fertigstellungs-, Entwicklungs- und Unterhaltungspflege unterschieden. Zur Fertigstellungspflege gehört Wässern, und zwar so lange, bis das Anwachsen der Pflanzen sichergestellt ist. Unerwünschte Arten entfernen Sie.

Auch während der Entwicklungspflege halten Sie nach unerwünschten Arten Ausschau und entfernen diese.

Während trockenen Phasen kann es im ersten Jahr zudem nötig sein, die Pflanzen zu wässern.

In der Unterhaltungspflege ist es wichtig, dass Sie abgestorbenes Pflanzenmaterial abschneiden (März bis April) und auf der Fläche verrotten lassen. Auf repräsentativen Anlagen sollte das Schnittgut jedoch abgeräumt werden. Falllaub können Sie bis zu einer Schichtdicke von etwa 15 cm liegen und verrotten lassen.

Eine Ausnahme bildet das Laub von gerbsäurereichen Arten wie Eichen, Walnuss, Rosskastanie, Pappel.

Auch weiterhin sollten Sie unerwünschte Arten jäten. Das Wässern erfolgt nur in Trockenphasen bzw. auf repräsentativen Flächen mit intensiver Pflege.

Mit schattigen Beeten ins Rampenlicht!

Wer eine Fläche naturnah gestaltet und mit Text und Fotos dokumentiert, kann mit etwas Glück bis zu 400 € gewinnen! Noch bis zum 31. Juli 2024 läuft der große Deutschland summt!-Pflanzwettbewerb der Stiftung für Mensch und Umwelt. Egal ob Kitakind, Firmenchef, Azubi, Kegelverein oder Student*in: Alle sind eingeladen, die biologische Vielfalt zu fördern.

Details: www.wir-tun-was-fuer-bienen.de

Hinweis: Die oben genannten Informationen sind ein Auszug aus der Veröffentlichung „Der Handlungsleitfaden: Naturnahe Gestaltung von Wohnquartieren. Praxistipps für Planung, Anlage und Pflege“ der Stiftung für Mensch und Umwelt. Im Buch finden Sie unter anderem ausführliche Pflanzlisten mit weiteren schattenverträglichen Arten.

Ann-Kathrin Scheuerle
M. Sc. Wildlife Biology & Conservation
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung für Mensch und Umwelt
Hermannstraße 29
14163 Berlin-Zehlendorf
Tel.: +49 30 394064-320

Bilder: © Stiftung für Mensch und Umwelt, Peter Müller / Hans-Jürgen Sessner