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PetNews.de PetNewsCenter Terraristik Forderungen zum Schutz der Mauereidechse festgelegt


Forderungen zum Schutz der Mauereidechse festgelegt Drucken
Von: Gast 1   
Montag, den 28. November 2011 um 21:26 Uhr
mauereidechse-bfl-lauferVom Menschen beeinflusste Landschaften können die Artenvielfalt positiv beeinflussen: beispielhaft ist hierfür die Mauereidechse – von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) zum Reptil des Jahres 2011 gekürt.

Rund 120 Experten aus dem deutschsprachigen Raum und angrenzenden Ländern trafen sich jetzt (19./20.11.2011 in Offenburg), eingeladen von der DGHT-AG Feldherpetologie und Artenschutz, der Umweltakademie Baden-Württemberg, des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) und der Stadt Offenburg, um über Verbreitungssituation und Schutzmöglichkeiten für die Mauereidechse zu diskutieren.

„Der in Europa weit verbreiteten Mauereidechse ist es als Kulturfolgerin gelungen, vom Menschen veränderte Standorte als Ersatzlebensräume zu besiedeln bzw. als Verbreitungswege zu nutzen. In Baden-Württemberg stellen vor allem traditionelle und strukturreiche Weinberge mit ihren Trockenmauern,

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Steinriegeln und mildem Klima sowie Güterbahnhöfe wichtige Lebensräume dar, auch für zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten“, erklärte Kerstin Heemann von der Umweltakademie bei der internationalen Tagung.
Doch die einstige Vielfalt an Tieren und Pflanzen und damit auch ein unersetzliches Natur- und Kulturerbe sei vielerorts selten geworden.

Im Rahmen von Flurbereinigungen und der Schaffung von Erleichterungen für die Bewirtschaftung sind in der Vergangenheit so manche Strukturelemente der Landschaft, welche Tieren und Pflanzen Heimat boten, verschwunden. Die Mauereidechse gilt als Leitart von solchen Trockenlebensräumen, wie sie in Weinbergen zu finden sind. Werden Schutzmaßnahmen für die europaweit streng geschützte Art umgesetzt, profitieren auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten davon. So setzt etwa die Aktion „Lebendiger Weinberg“  der Umweltakademie hier an. Derzeit werden jedoch in vielen stillgelegten Bahnhöfen Gewerbegebiete oder Wohnbebauungen geplant oder schon gebaut. Mit der Folge, dass die Mauereidechse wieder Lebensräume verliert, nur dass sie jetzt keine Möglichkeiten mehr hat, sich neue Lebensräume zu erschließen. Die Zukunftsaussichten sind also schlecht.
„In manchen Fällen eignen sich schon geringfügige Maßnahmen, wie etwa die Einrichtung von Durchlässen in Lärmschutzwänden, welche zunehmend Lebensräume entlang von Bahnlinien zerschneiden. Bahnlinien aber werden von der Mauereidechse als Verbreitungswege genutzt“, erklärte Hubert Laufer von der DGHT. Um die Folgen menschlichen Wirkens abschätzen zu können, ist Fachwissen und der fachliche Austausch über die Biologie einzelner Arten und ihre ökologische Einnischung erforderlich. Dies war ein zentrales Anliegen der Fachtagung.

Im Offenburger Salmen wurden Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu aufgefordert, über Forderungen zum Schutz der Mauereidechse abzustimmen, aus denen nach anschließender Auswertung die 13 wichtigsten Forderungen nach der Tagung veröffentlicht werden. Dieser Gedanke hat geschichtsträchtige Vorgänger : 1847 wurden im Gasthaus Salmen vor insgesamt 900 Teilnehmern die „13 Forderungen des Volkes in Baden“ verabschiedet. Sie bilden heute die Grundlage unseres Grundgesetzes und finden sich in der europäischen Verfassung wieder.

Hubert Laufer (DGHT)
Kuhläger 20
77654 Offenburg
Tel. 0781/96749-21 Fax 0781/96749-50
Mobil:0175-9983307
mailto:laufer@bfl-laufer.de


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