Wie auch im vergangenen Jahr haben wir auch heuer wieder einen Kalender mit schönen Bildern von Tieren aus der Reptilienauffangstation für Sie und alle Interessierten zusammengestellt.
Dieser kann für nur 12.- € bei uns bestellt werden. In diesem Zusammenhang bedanken wir uns bei Guido Coenen (GC Digitaldruck), der das Layout und den Druck übernommen hat und als Sponsor auftritt. Durch den Kauf des Kalenders können Sie die Auffangstation effektiv unterstützten.
Während der Zeit um Weihnachten vom 22.12.2011 bis 08.01.2012 werden wir keine Führungen, Aufnahmen und Abgaben von privaten Tieren und andere Termine annehmen können. Auch persönliche und telefonische Beratungen sind in dieser Zeit nur in Notfällen und äußerst eingeschränkt möglich. Diese Auszeit wird für interne Angelegenheiten wie die alljährliche Inventur genutzt. Zudem haben die Mitarbeiter eine Schonzeit dringend nötig, so dass wir im neuen Jahr wieder mit voller Kraft an die
vielschichtigen Aufgaben herangehen können. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Für Behörden und wirkliche Notfälle stehen wir im Notdienst dennoch wie gewohnt rund um die Uhr zur Verfügung.
In der letzten Vorstandssitzung wurde beschlossen, dass wir, ähnlich wie in den meisten Tierheimen, bei privaten Abgaben, feste Aufnahmegebühren im Sinne einer Aufwandsentschädigung erheben müssen. So sollen Fälle, wie die private Abgabe ohne jegliche Spende von 30 Leopardgeckos im Frühjahr dieses Jahres, verhindert werden. Solche Abgaben belasten die Finanzen der Auffangstation enorm und können auch in der Regel nicht durch die Spende bei Vermittlung eines Tieres ausgeglichen werden. Wir klären alle privaten Abgeber im Vorfeld der Abgabe eines Tieres bei uns auf, wofür und in welchem Umfang das Geld eingesetzt werden muss. Somit hoffen wir, dass die Abgeber von privaten Tieren Verständnis zeigen werden und die Auffangstation entlastet wird. Dieser Schritt wurde notwendig, da wir keinerlei Etats haben, um private Abgabetiere und den durch sie entstehenden Aufwand zu bestreiten.
Dem neuen bayerischen Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Herrn Dr. Marcel Huber, der Beirat im Vorstand der Auffangstation für Reptilien ist, gratulierte der Vorsitzende, Prof. Hoffmann, zu seiner neuen verantwortungsvollen Aufgabe.
Auch im Oktober war die Auffangstation auf verschiedenen Veranstaltungen, wie beispielweise der Jahrestagung der Internationalen Schildkröten Vereinigung (ISV) in St. Pölten ? Österreich oder aber auch auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes in Hannover, vertreten. Hierbei wurden zahlreiche Gespräche geführt, Kontakte geknüpft und für die Arbeit der Reptilienauffangstation geworben, was die Teilnahme an solchen Veranstaltungen sehr wertvoll macht.
Aus einem in Konkurs gegangenen Tierpark in Österreich wurden zwei stattliche Brillenkaimane vorübergehend übernommen. Die Tiere waren vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in dem Zoo eingestellt und konnten nun aus finanziellen Gründen dort nicht mehr gehalten werden. Somit kam das Bundesamt auf uns zu, ob wir eine vorübergehende Bleibe für die beiden, ca. 2 Meter großen und recht wenig umgänglichen Panzerechsen, bieten könnten. Damit ist unser Krokodilraum nun wieder an seiner Auslastungsgrenze mit zwei Mississippi- Alligatoren, zwei kleinen Brillenkaimanen, einem mittelgroßen Brillenkaiman und den nun noch hinzugekommenen zwei großen Brillenkaimanen angelangt. Ein mittelgroßer Brillenkaiman befindet sich noch in einem extra Gehege, da er noch separat behandelt werden muss. Im nächsten Newsletter werden Sie Näheres über zwei Brillenkaimane von der Auffangstation nach Italien vermittelt wurden, erfahren.
Trotzdem wird uns im November ein neues Krokodil aus Griechenland überstellt werden. Das Tier wurde ausgesetzt und in einem Straßengraben gefunden und lebt seitdem (über ein Jahr) in einem improvisierten Käfig in einer Auffangstation, die leider nicht auf die Unterbringung von Reptilien eingestellt ist und dies auch nicht leisten kann. Bereits im Vorfeld konnten jedoch bereits potentielle Übernehmer gefunden werden, so dass sich die Verweildauer dieses Krokodils jedoch vermutlich in Grenzen halten wird.
Nicht schlecht geschaut haben wir, als eine uns schon bekannte Tierschützerin aus Mallorca, erneut bei uns unangemeldet auftauchte und, wie schon vor 2 Jahren, einen großen Grünen Leguan aus der Sporttasche zog. Der sehr schöne, sehr umgängliche und ruhige Leguan sei auf Mallorca in einer Bar unter tierschutzwidrigen Verhältnissen gehalten worden und sie habe ihn gerettet, berichtete uns die gut meinende Dame. Der Leguan wurde dann wohl längere Zeit in einer Voliere gehalten und da die ?Retterin? nun im Herbst wieder nach Deutschland fliegen musste hat sie den Leguan zu uns mitgenommen. Solche spontanen Aktionen sind immer wieder ein großes Problem, da kurzfristig Kapazitäten geschaffen werden müssen. Das kann auf Kosten anderer Tiere, die schon im Bestand sind, gehen. Auch müssen andere Tiere, die eventuell schon auf einer Warteliste sind, gerade bei großen Grünen Leguanen ist dies ständig der Fall, länger auf die zugesagte Aufnahme warten.
Zum ersten Mal war die Auffangstation im Fressnapf in Unterhaching mit einem Infostand bei den sogenannten ?Terra-Tagen? vertreten. Hierbei soll dem interessierten Kunden der Tierhandelskette ermöglicht werden, sich über Reptilien und deren Haltung zu informieren. So konnten Menschen über die Haltung von Reptilien informieren, die spontan im Fressnapf waren, aber auch Reptilienhalter, die extra wegen den ?Terra-Tagen? dorthin gekommen waren. Der Auffangstation ist es ein großes Anliegen, dass sich der Halter im Vorfeld des Kaufes eines Tieres intensiv und ausführlich mit den Ansprüchen und dem notwendigen Equipment auseinander setzt. Dies muss im Tierhandel als primäres, wichtiges und unabdingbares Vermitteln von Informationen durch gezielt geschultes Personal erfolgen und darf nicht, wie aktuell üblich, nur als lästiges, wenig Umsatz bringendes Übel angesehen werden.
Seit Mitte Oktober hat die Auffangstation im Tierheim an der Riemer Straße einige Tierräume bezogen. Im Münchner Ignatz-Perner-Tierheim können nun drei der freien Innenräume für Reptilien der Auffangstation genutzt werden. Für dieses großzügige Angebot der Tierheimleitung und des Tierschutzvereinsvorstandes sind wir sehr dankbar, da gerade jetzt im Herbst der Bedarf an Fläche für die Haltung von Leguanen und Landschildkröten enorm angestiegen ist.
In mehrtägiger harter und sehr engagierter Arbeit haben unsere Tierpfleger vorbildliche Gehege geschaffen: Diese weisen unterschiedliche natürliche Bodengründe und eine hohe Vielfalt an Struktur auf und bieten den Tieren nicht nur viel Platz sondern eine weite Bandbreite an Enrichment mit natürlicher Bepflanzung. In den Gehegen leben momentan einige Grüne Leguane, sowie unsere beiden Kubaleguane auf beeindruckenden Ästen, die sie ausgiebig nutzen. Am Boden konnten wir einen Roten Teju und einen Teil unserer Landschildkröten unterbringen.
Passend zum Tag der Offenen Tür im Tierheim konnten unsere Tiere in ihrem neuen Domizil einziehen und als Botschafter des Tierschutzes auch im Bereich der sogenannten Exoten und insbesondere der Reptilien reges Interesse bei den Tierheimbesuchern, u. a. auch für die Arbeit der Auffangstation erregen. Die Resonanz war durchweg positiv und so mancher Besucher des Tag der Offenen Tür war überwältig, sowohl von der Schönheit der Reptilien, als auch der Attraktivität eines artgerecht gestalteten Großterrariums.
Ende Oktober erreichte uns der Notruf eines sehr versierten Schlangenhalters aus Franken. In seinem durchaus als erlesen zu bezeichnenden Tierbestand sei eine nicht therapierbare Parasitose bei einem Tier festgestellt worden. Um die potentiell infizierten Tiere nicht töten oder einfach an Privathalter abgeben zu müssen und trotzdem wieder einen gesunden Tierbestand aufbauen zu können, bat er die Auffangstation um Hilfe und die Tiere aufzunehmen.
Auch dieser Bestand konnte als Gesamtheit übernommen und in einem separaten Quarantäneraum im Tierheim, der uns ebenfalls zur Nutzung überlassen wurde, großzügig untergebracht werden. Die Tiere sind zwar klinisch völlig gesund, müssen jedoch bis zum endgültigen Beweis ihrer individuellen Parasitenfreiheit, der leider nur schwierig und mit erheblichem Kostenaufwand erbracht werden kann, unter Quarantänebedingungen und völlig getrennt von dem Tierbestand gehalten werden. Bei der Anlieferung der Tiere, dem Aufbau der mitgelieferten Terrarien, dem Einsetzen der wunderschönen Schlangen und der Probennahme für die nötigen Untersuchungen hat uns das bewährte Team von Menschen, Tiere und Doktoren begleitet.
Die Bedeutung der Arbeit, v. a. im Bereich der Öffentlichkeitsbildung kam in der Bitte der Freiwilligen Feuerwehr Germering zum Ausdruck, die sich um eine Schulung im Umgang mit Reptilien bemühte. So konnten dort die Feuerwehrleute am letzten Oktoberwochenende in Theorie und Praxis geschult und hierbei auch lebende Tiere aus der Auffangstation mit einbezogen werden. Die Schulung hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht und fiel auf fruchtbaren Boden. Besonderes Augenmerk wurde hierbei einerseits auf die potentielle Gefährlichkeit einiger Reptilien und v. a. unbekannter Schlangen gelegt, andererseits wurde die heimische Herpetofauna, v. a. die heimischen Schlangen ausgiebig besprochen. In diesem Bereich besteht noch immer enormer Informationsbedarf einerseits bei der Bevölkerung, andererseits sicherlich auch bei Feuerwehr, Rettungsdiensten, Polizei und dem THW. Auch im kommenden Jahr erfolgen wieder einschlägige Schulungen, um diesen Bedarf durch Kooperation und Information und viel Öffentlichkeitsarbeit zu decken.
Die überwiegende Mehrzahl der im August am Münchener Flughafen beschlagnahmten Australischen Pythons konnte inzwischen an geeignete Übernehmer übergeben werden. Hierbei gilt unser Dank dem Bundesamt für Naturschutz, mit dem wir seit Jahren hervorragend zusammenarbeiten dürfen. Es bleibt zu hoffen, dass die als Schmuggelware nach Deutschland gelangten Schlangen weiterhin gut gedeihen und durch die hoffentlich zahlreich erzielten Nachzuchten in ein paar Jahren die Nachfrage soweit decken, dass für geschmuggelte Tiere kein Bedarf mehr existiert.
Auch ein blauer Baumwaran konnte eine Zuchtgruppe bei einem versierten, engagierten und zuverlässigen Privathalter vervollständigen. Zwei Schnappschildkröten konnten die Reptilienauffangstation verlassen: ein männliches Tier komplettiert eine Tiergruppe bei einem österreichischen Privathalter und ein Jungtier lebt fortan in Franken bei einem über eine Ausnahmegenehmigung verfügenden Tiermediziner. Hierüber sind wir sehr froh, da die Unterbringung und Pflege der imposant groß werdenden Schnappschildkröten unter den uns zur Verfügung stehenden räumlichen Voraussetzungen nicht gerade leicht ist und keinesfalls auf Kosten der Tiere gehen darf.
Sechs junge Mauereidechsen, die im Sommer, nach einem Italienurlaub, bei uns abgegeben wurden, konnten wir in eine vorbildliche Haltung vermitteln. Die kleinen Echslein, die in Italien gefangen, dann illegal nach Deutschland verbracht wurden und dann bei uns abgegeben werden mussten, wurden nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde vermittelt. Solche illegalen Tiere müssen immer in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde vermittelt werden. Diese kann eine Duldung aussprechen oder die Tiere einziehen und überlassen. Wir bedanken uns ausdrücklich bei der zuständigen Behörde für die gute Kooperation, da wir sonst viele Tiere nicht vermitteln könnten und schon längst unsere Kapazitätsgrenzen überschritten wären.
Eine große Herpes positive Maurische Landschildkröte konnten wir in eine sehr zuverlässige Haltung vermitteln. Wir haben einige Landschildkröten im Bestand die Virusträger sind und nur an sehr zuverlässige und verantwortungsvolle Halter in strikte Einzelhaltung oder in eine reine Herpesgruppe vermittelt werden können, um eine Weitergabe oder einen Zukauf von weiteren Tieren ausschließen zu können. Somit werden äußerst selten potentiell infektiöse Landschildkröten vermittelt, weswegen unser ?Infektionsstall? leider aus allen Nähten platzt. In diesem extern gelegenen Raum werden nicht nur Schildkröten, sondern z.B. auch IBD- und Paramyxo-Virus positive Schlangen gehalten. Leider ist es aus Platzgründen nicht möglich mehrere gesonderte Räume für die verschiedenen Viruserkrankungen zu haben, was sicherlich sinnvoll wäre und für zukünftige Bauvorhaben in die Planung mit einfließen wird.
Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!
Ihr Auffangstationsteam
www.reptilienauffangstation.de
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