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PetNews.de PetNewsCenter Terraristik Leben wo andere Urlaub machen - Münchner Kaimane wandern aus


Leben wo andere Urlaub machen - Münchner Kaimane wandern aus Drucken
Von: Gast 1   
Donnerstag, den 10. November 2011 um 11:34 Uhr
Gerade in der nass-kalten Jahreszeit träumt man gerne von Sonne, Strand und einer Reise gen Süden. Und so mancher Bundesbürger geht noch weiter, bricht alle heimatlichen Zelte ab und hofft auf einen neuen Lebensabschnitt als Auswanderer.

Dieser Traum wurde nun für zwei junge Brillenkaimane aus der Münchener Reptilienauffangstation Realität. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern dieser auf Reptilien, Amphibien, Fische und Wirbellose spezialisierten Einrichtung ging es Ende letzter Woche auf große Fahrt. Ziel war das italienische Cattolica an der Adriatischen Riviera der Emilia-Romana. Im dortigen Aquarium war die Freude groß, als die beiden Kaimane und ihre Begleiter wohlbehalten nach mehrstündiger Fahrt eintrafen und die Krokodile ein großzügiges Quarantänebecken beziehen konnten. Dieses wurde sogleich eingehend inspiziert. V.a. der Wasserfall war ein echtes Highlight, da dieser sogleich zur entspannenden Körpermassage genutzt wurde.
Von dort werden die etwa 75 cm großen Krokodile bereits in wenigen Wochen in ein neu errichtetes

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großzügiges und reichhaltig dekoriertes Terrarium umsiedeln, das bislang von einem über 50 Jahre alten Glattstirnkaiman bewohnt wird. Neben Tigerhaien, Pinguinen, Fischottern, Meeresschildkröten und zahlreichen weiteren Bewohnern mediterraner und tropischer Gewässer, sind die Münchner Brillenkaimane eine weitere lohnenswerte Attraktion für die zahlreichen urlaubenden Aquarienbesucher.

Hiermit geht für die beiden zweijährigen Kaimane eine kleine Odyssee zu Ende, dessen Schicksal sie mit zahlreichen Artgenossen teilen. Jährlich werden Hunderte Brillenkaimanbabys in Deutschland verkauft und allzu oft ist sich der Übernehmer seiner Verantwortung und des erforderlichen Aufwands nicht bewusst. Wenngleich Brillenkaimane zu den sogenannten „Kleinkrokodilen“ gezählt werden, erreichen diese dennoch eine Gesamtlänge von bis zu 2,5 m. Dies hat zur Folge, dass nur wenige Bundesbürger finanziell in der Lage sein dürften, diese Tiere über viele Jahrzehnte lang artgerecht unterzubringen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass es den Tieren so ergeht wie den beiden kleinen in Deutschland illegal gehaltenen und nunmehr italienischen Neubürgern, die monatelang in einer Holzkiste mit kleinen Plastikwannen als Wasserbecken hausen mussten. Darüber hinaus sind es äußerst wehrhafte „Gesellen“, deren Haltung in Bayern gesetzlich verboten ist. Dennoch ist es vielleicht gerade der Reiz des Verbotenen und Exotischen, was Mitbürger zum unüberlegten Erwerb dieser Tiere bewegt und leider dazu führt, dass nicht wenige Kaimane im Falle ihres Überlebens unter derart ungünstigen Bedingungen früher oder später den Weg in die Münchner Reptilienauffangstation finden.

Weitere Informationen zur Reptilienauffangstation entnehmen Sie bitte unserer Homepage: www.reptilienauffangstation.de

 

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