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Dienstag, den 07. Februar 2012 um 17:37 Uhr |
Jeder vierte in der Bundesrepublik Deutschland gehaltene Haushund ist ein Mischling. Damit übertrifft dieses so verschieden gestaltete Heer von Hunden ohne Ahnentafel und Elternnachweis mit der stolzen Zahl von einer Million jede noch so beliebte Rasse.
Sie stehen aber auch mit achtzig Prozent an der Spitze der Tierasylbewohner als ungewollte Welpen aus zufälligen Verbindungen oder als wertlose Wegwerfhunde. Der deutschen Sitte, zur Urlaubszeit Mischlingshunde auszusetzen, folgt man leichter, wenn man einen Hund geschenkt bekommen oder für 25 € auf dem Tiermarkt gekauft hat. Der größte Teil dieser Mischlingshunde wird jedoch heiß geliebt und gut gehalten. Meist ist es Liebe auf den ersten Blick, wenn man einen Hund kauft.
Sprachlicher Exkurs
Man nennt diese Hunde auch rasselos, was sprachlich falsch ist, sind sie doch mehrrassig. Der präzise
Fachausdruck für Mischlingshunde wäre Blendling: Mischprodukt verschiedener Rassen.
Geläufiger ist der Ausdruck Mischlinge oder Mischlingshunde. Man kann aber Besitzern solcher Hunde, die dumm nach der Rasse gefragt werden, empfehlen, mit Blendling Terrier zu antworten, was von Hundedummen sicher mit Bendlington verwechselt wird. Es gibt zum Beispiel Terrier-Blendlinge, bei denen der Hund eine wohl gelungene Mischung aus Airedale Terrier und Dobermann ist.
Der Volksmund kennt im Übrigen den Begriff Promenadenmischung, nach dem Ort des Geschehens. Wobei das vornehme Wort Promenade Tat und Hund aufwertet. Die Bezeichnung Scherenschleifer für Mischlingshunde ist dagegen eher diskriminierend; der Mann, der Scheren schleift, ist von ebenso ungeklärter Herkunft wie Mischlingshunde.
Mopsgedackelter Windhundpinscher ist fröhlich übertreibend, wie viele Worte der nachkriegsdeutschen Studentensprache. Und im Freistaat Bayern sagt man des Weiteren liebevoll Zamperl.
Weitere Informationen über Mischlingshunde
Man sagt den Mischlingshunden nach, sie verfügten über eine robustere Gesundheit als Rassehunde. In Untersuchungen über den Anteil der Mischlinge bei den Patienten von Tierärzten und Tierkliniken kommen diese zwar nur mit 2,9 % vor, obwohl sie 10,8 % der Hunde des Einzugsgebietes ausmachten, aber das lässt nicht unbedingt auf ihre hervorragende Gesundheit schließen. Sie sind billiger im Einkauf auf dem Tiermarkt gewesen - so hart das klingt - und werden deshalb weniger zum Arzt gebracht. Amerikanische Forscher haben die Widerstandskraft von reinrassigen Labrador Retrievern und typähnlichen Mischlingen erprobt: die Mischlinge waren keineswegs überlegen.
Wichtig sind immer die Eltern. Gute Gene führen dazu, dass die Hunde bessere Mischlingshunde werden können. Die passenden Mischlingshunde findet man oft auf Tiermärkten. Die Wissenschaft nennt das dann den Heterosiseffekt ( = Veränderung). Die Erkenntnis, dass durch Kreuzung eine den Eltern gegenüber leistungsstärkere Kindergeneration auftreten kann, wird in der Nutztierzüchtung schon lange angewandt.
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